Proteste gegen Begnadigung von Fujimori in Peru

Protestwolken in Lima Ein vermummter Demonstrant wirft einen Tränengaskanister

Auf Plakaten erinnerten sie an Menschen, die während Fujimoris Präsidentschaft von 1990 bis 2000 getötet worden waren. Er war wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen und Bestechung zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Am Samstag war Fujimori wegen Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus gebracht worden. Viele vermuten eine Geheimabsprache des aktuellen Präsidenten Kuczynski mit dem Sohn Fujimoris - um sein Amt zu retten. "Ich bedauere die humanitäre Begnadigung Fujimoris", erklärte der Direktor von Human Rights Watch für Amerika, Jose Miguel Vivanco, im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Ex-Präsident gilt als herzkrank. In sozialen Medien war vom "dunkelsten Heiligabend" Perus die Rede. Kritiker werfen Kuczynski vor, nur den eigenen Machterhalt im Blick zu haben. Für die einen ist der Nachfahre japanischer Einwanderer der Garant für den Sieg über die maoistische Terrororganisation "Leuchtender Pfad" und Sicherheit.

Kuczynskis Büro begründete den Schritt mit schweren gesundheitlichen Problemen des 79-jährigen Fujimori.

Protestwolken in Lima Ein vermummter Demonstrant wirft einen Tränengaskanister
Protestwolken in Lima Ein vermummter Demonstrant wirft einen Tränengaskanister

Fujimori spaltet das wirtschaftlich aufstrebende und für seine exzellente Küche gerühmte Land bis heute - sein Sohn Kenji und seine Tochter Keiko ziehen die Fäden in der größten Oppositionspartei, der rechtspopulistischen Fuerza Popular (FP). Schon vorher hatte es Spekulationen gegeben, dass Fujimori zu Weihnachten begnadigt werden könnte, nachdem Kuczynski am Donnerstag mit Hilfe von Fujimoris Sohn Kenji bei einer Abstimmung im Parlament knapp einer Amtsenthebung entgangen war.

Kuczynski rechtfertigte seine Entscheidung am Montagabend in einer Fernsehansprache.

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Dem derzeitigen Präsidenten Kuczynski wurde eine Verwicklung in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht vorgeworfen. Die Rechtspopulistin hatte die Stichwahl 2016 gegen den liberalen Kuczynski verloren.

Die Absetzung von Kuczynski galt eigentlich als sicher. Dann stimmten plötzlich nur 78 Abgeordnete am Donnerstagabend nach 14-stündiger Debatte dafür - das waren neun Stimmen weniger als benötigt. Er und neun weitere Abgeordnete der Fujimori-Partei enthielten sich. Er ließ damals die Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angebliche subversive Kräfte vorgehen, das Parlament wurde entmachtet. Angeblich soll im Gegenzug die Freilassung des Vaters zugesichert worden sein. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert, um ihre Kinderzahl zu reduzieren: sie wurden als Entwicklungshemmnis für Peru gesehen. "Heute ist ein großer Tag für meine Familie", sagte sie.

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In Peru hat Fujimoris Begnadigung Proteste ausgelöst. Er studierte unter anderem in Princeton und Oxford, in den 1960er Jahren war er auch für die Weltbank tätig.

Kuczynski hatte seinen schwer erkrankten Vorgänger Fujimori am Sonntag begnadigt.

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