Trumps Jerusalem-Plan: Gefährlicher Test mit vielen offenen Fragen

Jerusalem – eine Hauptstadt als Zankapfel

Jerusalem sei unter anderem Sitz von Regierung und Parlament Israels. "Deutschland teilt diesen Schritt von US-Präsident Donald Trump ausdrücklich nicht", sagte Röttgen, der dem Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages vorsitzt, der "Zeit-Online". Er bezeichnete das als einen "lange überfälligen Schritt", um den Friedensprozess im Nahen Osten voranzubringen. "Die Entscheidung markiert den Beginn einer Zeit der furchtbaren Veränderungen in der ganzen Region", sagte er in Gaza. "Die Zwei-Staaten-Lösung ist passé", meinte selbst ihr Chefdiplomat Saeb Erekat. Denn theoretisch könnten die USA ihre Botschaft bereits heute nach Jerusalem verlegen, betreiben sie doch in der israelischen Hauptstadt ein gut bewachtes Konsulat. Der Ostteil der Stadt ist arabisch geprägt und wird vorwiegend von Arabern bewohnt.

"Dies ist ein historischer Tag".

Angesichts der hochexplosiven Mischung aus religiöser Stätte und politischem Spielball wünschen sich viele, Jerusalem einfach aus der Rechnung um einen Friedensvertrag herausnehmen zu können.

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Stellungnahme von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Dass er deshalb die Palästinenser und andere Nachbarn Israels verärgern wird, ist bereits jetzt abzusehen. "Sie erschüttert das Vertrauen der Araber in die Neutralität der Amerikaner", sagte Ahmed Abu al-Ghait, Generalsekretär der Arabischen Liga. "Die Taten Amerikas stellen einen Rückzug von seiner Rolle bei der Unterstützung des Friedensprozesses dar".

Wenige Stunden nach der Erklärung Trumps zog es einige Palästinenser auf die Straßen.

"Das palästinensische Volk weiß angemessen auf die Missachtung seiner Gefühle und Heiligtümer zu reagieren". Abdullah II. sagte, zur Zweistaatenlösung gebe es keine Alternative.

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Auch die EU äußerte sich im Vorfeld kritisch zu Donald Trumps Plänen. Dafür sind sie auf starke Partner wie Trump angewiesen und streben trotz fehlender diplomatischer Beziehungen hinter den Kulissen eine Kooperation mit Israel an, das den Iran ebenfalls als gefährliches Sicherheitsrisiko betrachtet. Die Hamas verspricht einen Tag des Zorns am kommenden Freitag und ein Aufbegehren der Palästinenser gegen die "israelischen Besatzer".

Gewiss, es wird nach den Freitagsgebeten zu Demonstrationen kommen, mit dem üblichen Verbrennen der amerikanischen und israelischen Fahnen, dem üblichen verschwitzten Ritual des Judenhasses.

So demonstrierten Hunderte von Palästinenser in Gaza an den von Israel kontrollierten Grenzübergängen und hielten Zeichen mit dem Slogan hoch "Geh zur Hölle". Denn - man kann es nicht oft genug betonen - Israel wird auf Jerusalem als Hauptstadt nie verzichten, und eine erneute Teilung der Stadt, wie zwischen 1948 und 1967, bloß um den Palästinensern ebenfalls eine Hauptstadt in Jerusalem zu ermöglichen, will niemand - am allerwenigsten die privilegierten arabischen Bewohner der wiedervereinigten Stadt.

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Dass aber so gut wie alle Länder der Welt Tel Aviv als De-Facto-Hauptstadt sehen, ist jedem Israeli bewusst. Diese blieben in Ägypten völlig aus, obwohl dort ein Prediger an der wichtigen Al Azhar-Moschee Trump in scharfen Tönen verdammt und zu Opfern für Jerusalem aufgerufen hatte. Die Palästinenser sehen in Ostjerusalem ihre eigene zukünftige Hauptstadt.

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