SCR-Technik macht dreckige Diesel sauber: ADAC testet Nachrüst-Kats

ADAC Württemberg und das Verkehrsministerium Baden-Württemberg haben gemeinsam getestet welchen Effekt die Hardware-Umrüstung von Euro-5-Die

Die Nachrüstung von Euro-5-Dieselfahrzeugen kann deren Stickoxid-Ausstoß um 50 Prozent, in manchen Fällen um mehr als 70 (innerorts) oder gar um 88 Prozent (außerorts) senken. Die mit Hardware von vier verschiedenen Anbietern umgerüsteten Prototypen haben, mit einer Sondergenehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart ausgestattet, mehrere tausend Kilometer Testfahrten und zig Messreihen hinter sich. Denn derzeit reißen rund 70 Städte in ganz Deutschland die Stickoxid-Grenzwerte. Das ist das Kernergebnis einer Testreihe, die der ADAC Württemberg mit Förderung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg von September 2017 bis Februar 2018 durchgeführt hat. An diesem Donnerstag entscheidet zudem das Bundesverwaltungsgericht, ob es Diesel-Fahrverbote in Städten geben wird. Die beiden letzteren werden oft als Lieferwagen und von Handwerkern eingesetzt.

Zwei PKW und zwei Transporter im Nachrüst-Test Was eine Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen tatsächlich bringen würde, hat jetzt der ADAC Württemberg überprüft.

In seinem Technikzentrum im bayerischen Landsberg hat der ADAC zunächst die Stickoxid-Emissionen der vier Fahrzeuge im Serienzustand gemessen, auf dem Prüfstand wie auch im Realbetrieb. Der Einbau von Hardware-Komponenten hat allerdings auch Auswirkungen auf die laufenden Kosten. Anschließend wurden die Fahrzeuge erneut getestet.

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"Wir erreichen auf der einen Seite in dem anspruchsvollen Kaltzyklus und dem Warmzyklus durchaus Minderungen, die 50 bis 70 Prozent ausmachen können, alleine durch die Hardware-Nachrüstung von entsprechenden Fahrzeugen". Beim simulierten Fahren außerhalb von Ortschaften sank der NOx-Ausstoß sogar um bis zu 90 Prozent, wie die ADAC-Tester berichten.

Dass auch im realen Verkehr auf der Straße niedrige NOx-Emissionen erreicht werden können, zeigen die RDE-Messungen im realen Fahrbetrieb.

Bis 25 Prozent bessere Luftqualität Was die Hardware-Nachrüstung für die dicke Luft in den Innenstädten bedeuten würde, haben die ADAC-Forscher auf Basis ihrer Ergebnisse hochgerechnet. Würde man 75 Prozent der Fahrzeuge nachrüsten, könnten demnach die Emissionen des Straßenverkehrs am Stuttgarter Neckartor um 18,5 bis 30 Prozent sinken. Betrachtet man die anderen Regionen, sieht das Emissionsminderungspotential nach Angaben des ADAC ähnlich aus. Der Verbrauch von "Adblue" bewegt sich, je nach Fahrzeug und System, in einer Spanne von 1,5 bis 2,8 Litern pro 1000 Kilometer. "Der Verbraucher kann erwarten, dass die Industrie die Verantwortung für die Produkte übernimmt, die sie bis vor kurzem unter dem Siegel der Umweltverträglichkeit verkauft hat", betont Dieter Roßkopf, Vorstandsvorsitzender des ADAC Württemberg.

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Die Markteinführung erster Nachrüstsysteme in Großserienfertigung wäre laut Nachrüster unter zwei Bedingungen zeitnah möglich: Der Gesetzgeber muss schnell gesetzliche Rahmenbedingungen für die Zertifizierung und Überprüfung von SCR-Nachrüstlösungen festlegen. Auch das hat der ADAC ausgerechnet. So steigen der Kraftstoffverbrauch um ein bis sechs Prozent.

Für den Test kaufte der ADAC vier Euro 5-Dieselfahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt an, alle ein bis fünf Jahre alt und der Tacho zeigte jeweils eine Laufleistung zwischen 20.000 und 95.000 Kilometern an: ein Mercedes B 180 CDI 1,5 Liter, ein Opel Astra CDTI Sports Tourer mit 1,7 Litern Hubraum, ein VW T5 Multivan 2.0 TDI sowie ein Fiat Ducato 130 Multijet 2,3 D.

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