Datenskandal Facebook weiter unter Druck

Bild AFP

Der Versuch von Facebook-Vertretern vor Ort in Berlin Antworten zu erhalten war gescheitert - im Hauptstadtbüro hatte man soweit bekannt geworden war nur eine vorgefertigte Presseerklärung über das Datenleck zu hören bekommen.

Politisch hat der Skandal rund um Cambridge Analytica auf jeden Fall schon jetzt mehr bewirkt als die viele Kritik durch Datenschützer und damit verbundenen Untersuchungen in den Jahren zuvor. Ermittler der britischen Datenschutzbehörde ICO durchsuchten am Freitagabend per Gerichtsbeschluss die Büros der Londoner Analysefirma Cambridge Analytica.

Wegen des Skandals haben das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX und der Elektroauto-Hersteller Tesla ihre Konten bei Facebook stillgelegt.

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Vor etwa einer Woche war bekanntgeworden, dass sich die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hat. Laut der Zeitung will Jourová am Montag einen Brief an Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg schicken und sie zu einer Stellungnahme auffordern.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in der britischen Presse um Entschuldigung für die Datenaffäre rund um sein Unternehmen gebeten.

Der Datenschutzaktivist und Österreichs oberster Facebook-Jäger Max Schrems ist nicht überrascht: "Wir haben bereits 2011 bei der irischen Datenschutzbehörde angezeigt, dass Facebook millionenfach Daten seiner Nutzer und von Freunden seiner Nutzer illegal diversen Apps zur Verfügung stellt". Die Anzeige erschien auch im "Observer", der zuerst über den Skandal berichtet hat.

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Diese Art Flucht nach vorn kommt in einer der größten Krisen des sozialen Netzwerks: Der Druck auf den Datenkonzern wächst, seit die Affäre vor einer Woche publik wurde.

"Dieser Missbrauch von Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern ist völlig inakzeptabel", sagte EU-Kommissarin Jourova. Die EU ist derzeit dabei, eine offizielle Anfrage an das US-Netzwerk zu verfassen, in dem eine vollständige Aufklärung der Datenschutzverstöße sowie eine Lösung für die Zukunft gefordert wird. Einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" zufolge sind 60 Prozent Deutschen der Ansicht, dass soziale Netzwerke negative Auswirkungen für die Demokratie haben. Im Ministerium wird unter anderem der Cheflobbyist von Facebook Europa, Richard Allan, erwartet. Die Schutzsysteme seien zwar grundsätzlich gut, sagte Behördenpräsident Arne Schönbohm der "Rheinischen Post".

Der Datenskandal um Facebook weitet sich immer weiter aus. "Kein noch so gutes Gesetz kann Datenmissbrauch verhindern", sagte sie der "Welt am Sonntag".

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