Facebook-Sicherheitschef mitten in Datenmissbrauchs-Affäre versetzt

Digitale Geschäftemacher Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird in den USA und in Europa vor Parlamentsausschüssen harte Fragen beantworten müssen

Europäische wie auch US-amerikanische Abgeordnete verlangten eine umgehende Erklärung, wie Cambridge Analytica an die Daten gelangt ist und warum Facebook es versäumte, seine Nutzer darüber in Kenntnis zu setzen.

Mark Zuckerberg erlebt seine schwärzesten Tage seit dem völlig missratenen Börsengang 2012. Bundesstaaten ermitteln, ob das Profitdenken den fahrlässigen Umgang mit Nutzerdaten fördert. Diese sollen untersuchen, ob Cambridge Analytica weiterhin im Besitz der Daten ist. Doch nun findet sich der Konzern wie nie zuvor in der Defensive und scheint sich weiter einigeln zu wollen. Regulierungen aus der Politik, die nun stärker gefordert werden, könnten das Geschäft belasten.

Ohne den Datenverkauf wäre der Konzern nie so schnell gewachsen und hätte Zuckerberg nicht einen Gewinn von mehr als 70 Milliarden Dollar verbuchen können. Anders als im vergangenen Herbst, als diese Firmen nur ihre Chefjuristen an die Hearings zur russischen Wahlattacke delegierten und deswegen gerügt wurden, wird Mark Zuckerberg diesmal kaum darum herumkommen, seine Verantwortung persönlich wahrzunehmen. "Die Verletzung der Privatsphäre ist ausserordentlich". Es sei problematisch, dass Facebook sich regelmäßig über geltendes Recht hinwegsetze, so der Verbraucherexperte.

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Wie halten Sie es mit Facebook? Zugleich bekam er über Facebooks Schnittstellen aber auch Zugang zu einigen Profil-Grunddaten von ihren Freunden, wenn deren Datenschutz-Einstellungen dies zuließen. Die Kundenprofile seien vielmehr missbräuchlich, gegen den Willen von Facebook ausgewertet worden. Bereits damals war es einfach, Facebook zu überlisten, wie im Rückblick Carol Davidsen erklärte, die für Medienanalysen verantwortliche Wahlkampfchefin von Obama. "Big-Data-Unternehmen sind für Kunden und Regulatoren gleichermassen undurchsichtig". Das Unternehmen habe damals die Nutzer nicht informiert und wenig unternommen, den Datenmissbrauch zu stoppen.

Der Lösch-Aufruf wurde ausgelöst von einem Bericht der New York Times. Diese individuelle Ansprache von Wählern über die sozialen Netzwerke war als ein Schlüssel für Trumps Wahlsieg 2016 angesehen worden. Das Management habe jedoch befürchtet, dass dies einen schlechten Eindruck machen könnte und ihn dazu bewegt, bis August zu bleiben.

Facebook wusste seit 2015 von den Missbräuchen, ohne sie publik gemacht oder die Betroffenen gewarnt zu haben.

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Nix behauptete in dem Gespräch auch, eine entscheidende Rolle im Wahlkampf des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gespielt zu haben. Auch die EU kündigte Untersuchungen an. In den USA hat die Firma die Trump-Kampagne unterstützt und in Großbritannien die Pro-Brexit-Bewegung. Facebook steckt gemäss Juristen in einem tiefen Dilemma. Die Daten gingen dann ohne Wissen der Nutzer an Cambridge Analytica.

Der Sicherheitschef von Facebook ist offenbar auf einen anderen Posten versetzt worden. Nach Informationen des britischen Fernsehsenders Channel 4 haben sich Manager von Cambridge Analytica damit gebrüstet, weltweit Wahlen mit Hilfe von digitaler Manipulation und politischen Täuschungen beeinflussen zu können. Bereits am Montag war das Papier um fast sieben Prozent eingebrochen.

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