Französische Ermittler finden Hinweise auf IS

Der Supermarkt im südfranzösischen Trèbes

Der Polizist, der sich bei dem Anschlag auf einen Supermarkt in Südfrankreich gegen eine Geisel austauschen ließ, ist tot. Das teilte der französische Innenminister Gérard Collomb am Samstagmorgen bei Twitter mit. "Frankreich wird niemals sein Heldentum, seine Tapferkeit und sein Opfer vergessen". So schreibt die Polizei Oberfranken. Damit rettete er ihnen das Leben, wurde aber selbst angeschossen.

Im Gedenken an die Opfer von Carcassonne und Trèbes wurde am Freitag um Mitternacht die Beleuchtung des Eiffelturms ausgeschaltet.

Im französischen Trèbes scheint der IS-Terror wieder zugeschlagen zu haben. "Vielleicht ein frommer Wunsch, aber mögen Hass und Verblendung irgendwann ein Ende finden!"

Präsident Emmanuel Macron würdigte den Mut des verstorbenen Polizisten. Einem Medienbericht zufolge hatte Beltrame erst im Dezember an einer Übung teilgenommen, bei der eine Attacke auf einen Einkaufsmarkt simuliert worden war. Beltrame verdiene "den Respekt und die Bewunderung der gesamten Nation".

Beltrame wurde vom Täter schwer verletzt. Demnach hatte Arnaud Beltrame damals eine Übung mit Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr und der lokalen Behörden geleitet - darin war es um einen Grosseinsatz während eines Attentats auf einen Supermarkt gegangen. Auch zwei weitere Beamte wurden bei dem Zugriff verletzt.

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Eines der Todesopfer der Geiselnahme in einem südfranzösischen Supermarkt war nach einem Augenzeugenbericht ein Metzger des Markts.

Der Terror ist mit einer brutalen Geiseldrama nach Frankreich zurückgekehrt.

Der 25-jährige Radouane L. hatte Vorstrafen wegen kleinerer Delikte, auch eine kurze Haftstrafe saß er ab.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bekannte sich der Täter zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Durch seine Bluttaten in der Region Carcassone sterben am Freitag vier Menschen. Er raubte ein Auto, tötete einen der Insassen und verletzte den Fahrer. Wenig später schoss der Geiselnehmer auf ihn, offenbar mehrfach in den Hals, woraufhin Spezialeinheiten den Supermarkt stürmten und den Attentäter töteten.

Der Angreifer sei ein "Soldat des Islamischen Staates", meldete das IS-Sprachrohr Amak. Der Polizei zufolge soll der Attentäter die Freilassung von Salah Abdeslam gefordert haben, der bei den Terroranschlägen auf das Pariser Veranstaltungszentrum Bataclan am 13. November 2015 mitgewirkt haben soll.

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Zahlreiche Kunden konnten fliehen, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und umstellte den Supermarkt.

Ein zuletzt als einzige Geisel festgehaltener Polizeibeamter wurde laut der Nachrichtenagentur AFP verletzt. "Er ist plötzlich zur Tat geschritten, obwohl er schon überwacht wurde", so der französische Innenminister. Eine Frau aus dem Umfeld des 25-Jährigen wurde in Polizeigewahrsam genommen. Nach Angaben des Anti-Terror-Staatsanwalts François Molins vom Freitagabend wollen die Ermittler unter anderem aufklären, ob der Täter Mitwisser oder Unterstützer hatte. Damals seien Anschläge vom irakisch-syrischen Kriegsgebiet gesteuert worden. Es müsse nun vollständig aufgeklärt werden, wie und warum sich der Täter von Trèbes radikalisiert habe.

Frankreich war in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ziel islamistischer Anschläge geworden. Vor allem die Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. In den vergangenen Monaten war es aber ruhig geblieben, auch wenn die Behörden regelmäßig vor einer anhaltend hohen Gefahr warnen.

Schwerbewaffnete Elitepolizisten, abgesperrte Straßen, Sirenengeheul, Hubschrauberlärm: Frankreich ist mit dem Terroranschlag in einem Supermarkt im Süden des Landes wieder im Krisenmodus.

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