Illegale Wahlkampf-Finanzierung? Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy in Polizeigewahrsam

Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy hält eine Rede während seines letzten Wahlkampfes in Nimes Südfrankreich

Zu den Spendern soll auch der damalige libysche Diktator Muammar al-Gaddafi gehören. Zu seinen Ehren wurde ein Beduinenzelt in der Nähe des Elyséepalastes aufgestellt und damit eine gigantische Bühne für Gaddafis Selbstdarstellung geboten. Darin will Sarkozy, sagte er später, freilich nur Reden und Archivmaterial deponiert haben - ob das stimmt, steht freilich in Zweifel. In den ersten Jahren seiner Amtszeit empfing der Franzose den geächteten Libyer sogar mit großem Pomp in Paris. Der Gewahrsam kann in Frankreich bis zu 48 Stunden dauern.

Der Verdacht ist nicht neu, die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Jahren.

Im Jahr 2007 wählt das französische Volk Nicolas Sarkozy zum neuen Präsidenten.

Soll Sarkozy unterstützt haben: Muammar Gaddafi.

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Selbst für französische Verhältnisse ist die neuerliche Zuspitzung in der Affäre um die Finanzierung des Wahlkampfs des früheren Staatschefs Sarkozy atemberaubend. Das Eingreifen der Nato half Rebellenkämpfern dabei, Gaddafi 2011 zu stürzen. Sarkozys Anwalt bestreitet diese Vorwürfe.

Die Affäre war 2012 durch Enthüllungen der Onlinezeitung "Mediapart" ins Rollen gekommen.

Weitere mögliche Komplizen: Sarkozys früherer Innenminister Brice Hortefeux, der ebenfalls vernommen wurde, sowie dessen Nachfolger Claude Guéant, gegen den seit 2015 in der Affäre ermittelt wird und die ersten beiden Koffer entgegengenommen hatte. Das wäre mehr als doppelt so viel wie die zulässige Wahlkampffinanzierungsobergrenze - damals 21 Millionen Euro. Mediapart veröffentlichte in der Folge libysche Behördenakten, die von der Geldüberweisung an Sarkozys Wahlkampfbüro zeugten.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall bereits im April 2013 ein Verfahren eingeleitet.

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FRANKREICH ⋅ Sarkozy soll von der Polizei zu mutmasslich illegalen Wahlkampfspenden aus Libyen befragt werden.

Im Zuge dieses Polit-Skandals wurde Sarkozy 2014 erstmals in Polizeigewahrsam genommen. 2016 griff er erneut nach der konservativen Präsidentschaftskandidatur, unterlag aber in den parteiinternen Vorwahlen seinem früheren Premierminister François Fillon.

"Zuerst muss Sarkozy das Geld zurückzahlen". Sein Kabinettschef Bechir Saleh, der mit Guéant viele Deals abgewickelt hatte, wurde von Sarkozy-Vertrauten aus Libyen ausgeflogen und nach Südafrika gebracht, obwohl ihn Interpol suchte. Das französische Verhältnis zu Libyen war schon immer zwiespältig und von Wirtschaftsinteressen geprägt.

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