Russischer Doppelagent Opfer von Nervengift

Polizisten vor dem Haus des Doppelagenten Sergej Skripal

Der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter waren am Wochenende mit rätselhaften Vergiftungserscheinungen in der südenglischen Kleinstadt Salisbury aufgefunden worden. Premierministerin Theresa May und weitere Kabinettsmitglieder wurden am Dienstag bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats über den Fall informiert, wie der Regierungssitz Downing Street mitteilte.

Inzwischen hat die britische Anti-Terror-Polizei im jüngsten Fall die Ermittlungen übernommen.

"Ich sage zu Regierungen in der ganzen Welt, dass kein Versuch, auf britischem Boden unschuldiges Leben zu nehmen, ohne Sanktionen oder ungestraft bleiben wird", betonte Johnson in einer dringlichen Fragestunde am Dienstag im britischen Parlament in London. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden in Kontakt mit einer "unbekannten Substanz" gekommen sind. Bislang sei aber kein Hilfsersuchen aus Großbritannien eingetroffen. Die Verdächtigung habe "ja nicht lange auf sich warten lassen".

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Auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal ist nach Erkenntnissen der britischen Polizei ein Mordanschlag mit einem Nervengift verübt worden. Er lebte unter seinem Klarnamen in Salisbury, wie der Guardian berichtete.

Polizisten halten sich in einem Restaurant auf, das in Verbindung mit der Vergiftung eines Ex-Agenten stehen soll und daraufhin geschlossen wurde.

Auf Fernsehbildern waren Einsatzkräfte in Schutzanzügen zu sehen, die den Fundort der Verletzten reinigten. Mehrere Mitglieder der Rettungskräfte wurden nach dem Einsatz untersucht, hieß es in einer Mitteilung der Polizei am Dienstag. Alle bis auf eines seien inzwischen wieder aus dem Spital entlassen worden. Trotzdem nehme man Fälle wie diese "extrem ernst", hiess es in einer Mitteilung. Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehe für die Öffentlichkeit keine Gefahr. Ein britischer Polizeibeamter, der zu Hilfe eilte und ebenfalls erkrankt ist, sei ansprechbar, sagte Rudd. Es werde wegen versuchten Mordes ermittelt, teilte der Chef der britischen Anti-Terror-Einheit, Mark Rowley gestern in London mit. "Das wird uns helfen, zu einer Antwort zu kommen". "Wir haben keine Informationen darüber, was die Ursache sein könnte".

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Rowley bestätigte, dass es in der Vergangenheit verdächtige Todesfälle mit Russland-Bezug gab. Er warnte aber vor voreiligen Schlüssen.

Der britische Außenminister zog eine Parallele zum Fall des Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko, der 2006 in London an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben war. "Ich glaube, wir müssen uns daran erinnern, dass russische Exilanten nicht unsterblich sind, sie sterben alle und es kann eine Tendenz zu Verschwörungstheorien geben", sagte Rowley. Britische Behörden machen die ehemaligen Agenten Andrej Lugowoj und Dmitri Kowtun für den Anschlag verantwortlich, die jede Schuld von sich weisen.

Nach dem Nervengift-Anschlag in Großbritannien bangen die Ärzte um das Leben der Opfer. Lugowoj machte gar eine politische Karriere als Parlamentsabgeordneter für die rechtsgerichtete Partei LDPR. Der diplomatische Streit zwischen London und Moskau verschärft sich. "Wenn wirklich jemand Skripal vergiftet haben sollte, dann ist das kein Zufall, sondern natürlich eine Provokation der britischen Geheimdienste", sagte er der russischen Agentur Interfax zufolge. Russland und seine Behörden sollten vor der Präsidentenwahl am 18. März diskreditiert werden.

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