RWE und Eon überraschen mit Deal

Innogy-Zentrale in Essen Quelle dpa

Zudem soll RWE das bisherige Eon-Geschäft mit den Ökoenergien übernehmen. Eon will demnach den gesamten RWE-Anteil an Innogy von knapp 77 Prozent übernehmen. RWE brachte das Geschäft mit erneuerbaren Energien, dem Vertrieb und dem Netz unter dem Namen Innogy an die Börse und behielt die konventionellen Großkraftwerke und den Strom-Großhandel. Das ist bisher nur ein Plan; die Versorger haben eine Grundsatzeinigung erzielt, bindende Verträge wurden nicht geschlossen.

Die am Sonntag von beiden Konzernen überraschend veröffentlichte Vereinbarung sieht im Kern vor, dass E.ON das lukrative Netzgeschäft von Innogy erhält, während die erneuerbaren Energien unter dem Dach von RWE vereint werden sollen - da passt die Wasserkraft der Kärntner dazu. Der Umbau von RWE und Eon könne "ein sinnvoller Weg sein", ließ sich Kufen am Sonntag zitieren. "Die Netze unterstehen ohnehin der Regulierung durch die Bundesnetzagentur oder Landesregulierungsbehörden, dabei ist es völlig egal, ob Innogy oder Eon die Eigentümer sind", sagte er der "Rheinischen Post". Die Transaktion hat einen Wert von knapp 20 Milliarden Euro.

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Durch den Deal mit Eon sollen die Erneuerbaren jetzt zu RWE zurückkehren.

Doch das interessiert nur Aktionäre und Beschäftigte. "Ich habe mit den Verantwortlichen in der Unternehmungsführung und den Gewerkschaften bereits am Wochenende über die Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze gesprochen".

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Der künftige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) führt die Übernahme von Innogy durch Eon auf die Energiewende zurück. Es lindert auch die Abhängigkeit von der Kohlekraft und damit von den anstehenden politischen Entscheidungen und eröffnet dem Unternehmen zugleich eine langfristige Zukunftsperspektive im Erzeugungsmarkt.

Sollte das Geschäft zustande kommen, würde sich der Energiemarkt in Deutschland deutlich verändern. "Ich sehe den Deal skeptisch", sagte Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke DSW21, dem "Handelsblatt". "Dieser Gesamtwert setzt sich aus einem Angebotspreis von EUR 36,76 je Aktie, sowie den Zahlungen aus den unterstellten Dividenden der innogy von insgesamt EUR 3,24 pro Aktie für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 zusammen", so E.On. "Der Grund erschließt sich mir nicht", sagte Pehlke. "Speziell um den Standort Dortmund mache ich mir Sorgen". Sie halten mindestens zehn Prozent der Anteile über zwei Beteiligungsgesellschaften.

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Die beiden größten deutschen Energieversorger wollen sich komplett neu aufstellen: Eon will dazu in einem ersten Schritt die RWE-Tochter Innogy kaufen. "Die Pläne müssen erst einmal geprüft werden", sagte Wolfgang Schäfer, Geschäftsführer des Verbands der kommunalen RWE-Aktionäre (VkA) in Westfalen, der Nachrichtenagentur Reuters. Genehmigen die Kartellämter den Deal, könnte Europas größter Energieversorger entstehen - möglicherweise mit negativen Folgen für die Verbraucher.

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