Echo: Kollegah und Farid Bang bleiben nominiert

Die Echoverleihung findet am 12. April statt und wird live auf VOX übertragen

Bei der Nominierung von Kollegah & Farid Bang mit dem Album "Jung Brutal Gutaussehend 3" für den Echo in den Kategorien "HipHop/Urban National" und "Album des Jahres" handele es sich um einen "absoluten Grenzfall zwischen Meinungs- und Kunstfreiheit und anderen elementaren Grundrechten", konzediert Wolfgang Börnsen, der Sprecher des Echo-Beirats, den der der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mit der Prüfung des Falles betraut hatte. Es wurde aber auch das ganze Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" einer kritischen Begutachtung unterzogen.

Es ist eine Entscheidung für die Freiheit der Kunst, dennoch dürfte sie auf viel Widerspruch stoßen: Trotz eines als antisemitisch kritisierten Songs bleiben die Rapper Kollegah (33) und Farid Bang (31) für den Musikpreis Echo nominiert. "Die Nominierung wirft die Frage auf, ob die Echo-Preisverleihung noch seriös ist", sagte er der "Bild"-Zeitung (online)". Nun steht fest, dass die ECHO-Nominierung der beiden Künstler bestehen bleibt.

So weist der Beirat ausdrücklich daraufhin, dass dessen Mitglieder die Verharmlosung der Wortwahl mit Verweis auf den Battlerap-Kontext ablehnen.

Helene Fischer ist nicht nur in zwei Kategorien nominiert sondern wird auch live auftreten
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Die Rapper "Kollegah" (r; bürgerlicher Name: Felix Blume) und Farid Bang. "Nach intensiver und teilweise kontroverser Diskussion sind wir dennoch mehrheitlich zu dem Ergebnis gekommen, dass ein formaler Ausschluss nicht der richtige Weg ist", sagte Börnsen.

"Wir nehmen wahr, dass nicht nur in der Musik, sondern auch in anderen Bereichen der Kultur, wie in Film, Theater und Malerei, eklatante Tabubrüche zunehmend zu den Merkmalen der Kunstfreiheit gehören".

Für den Bundesverband Musikindustrie erklärte der Vorsitzende Florian Dücke: "Wir respektieren die Entscheidung (des Beirats), auch wenn die Sprache des Albums nicht unsere ist und wir Verständnis dafür haben, dass es viel Betroffenheit gibt". Die Echo-Verleihung findet am 12. April in Berlin statt und wird live auf VOX übertragen. "Es sollte dabei allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass der Echo ein Preis ist, der auf Verkaufszahlen basiert". Man appelliere allerdings "an die politisch wie gesellschaftlich Verantwortlichen (.), eine ernsthafte Debatte über die Bedeutung und den Deutungsrahmen der Kunst- und Meinungsfreiheit zu führen".

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Für den Echo nominiert werden je Kategorie die Künstler oder Bands, die in den Deutschen Charts auf den fünf besten Rängen platziert sind. 2013 war die Deutschrockband Frei.Wild nach massiver Kritik von der Nominierungsliste gestrichen worden.

Der Südtiroler Band wird von Kritikern vorgeworfen, rechtsextremistische Motive zu verbreiten.

Auch der vielfache Echo-Gewinner Xavier Naidoo musste sich mehrfach gegen den Vorwurf des Antisemitismus oder Populismus wehren, etwa für seinen Song "Raus aus dem Reichstag". Insofern wäre ein Ausschluss von Farid Bang und Kollegah nur bei einer klaren Grenzüberschreitung vertretbar gewesen, die das Gremium offenbar nicht gegeben sah.

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Nachdem insbesondere Kollegah sich in der Zwischenzeit weiteren Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt sah und die Medien zu "objektiver" Berichterstattung über die Verschwörungstheorie Pizza-Gate aufforderte, ist nun zumindest die Diskussion um die Nominierung von "JBG3" beendet.

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