Parlamentswahl im Irak beendet

Die "Siegesallianz" von Regierungschef Haidar al-Abadi wird herausgefordert von den beiden ebenfalls schiitischen Blöcken des ehemaligen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki sowie des Milizenführers Hadi al-Ameri. Rund 900'000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um den Urnengang zu schützen.

Die Abstimmung soll nach Ansicht irakischer Politiker den Weg in eine stabilere Zukunft ebnen. Die Schiiten sind gespalten, die Kurden geschwächt und die traditionellen Parteien der Sunniten weitgehend an den Rand gedrängt. Unter riesigen Sicherheitsmaßnahmen konnten rund 24,5 Millionen Wahlberechtigte die 329 Mitglieder des Parlaments in Bagdad bestimmen. 7000 Kandidaten - darunter rund 2000 Frauen - rittern um 329 Parlamentssitze. Zahlreiche Wähler forderten bei der Stimmabgabe ein Ende der weit verbreiteten Korruption im Land. Große Teile des Landes sind jedoch nach monatelangen Kämpfen gegen die Extremisten zerstört.

Gleichzeitig muss er aufpassen, nicht im Machtkampf seiner grössten ausländischen Unterstützer zerrieben zu werden - den USA und dem Iran. Deren Verhältnis ist nach dem US-Rückzug aus dem Atomabkommen auf einem Tiefpunkt. Wahllokale öffneten zu spät, an mehreren Orten sei es zu Ausfällen des neu eingeführten elektronischen Wahlsystems gekommen. Sollte es dazu kommen, könnte das auch das geopolitische Machtgefüge in der Region verändern, in der der Iran und das mit den USA verbündete sunnitische Saudi-Arabien um die Vormachtstellung ringen. Der 66-Jährige versuchte im Wahlkampf, mit dem Sieg gegen den IS unter seiner Führung zu punkten. Das Endergebnis soll laut Wahlkommission bis Montag vorliegen. Viele Iraker machen dafür Ministerpräsident Haider al-Abadi verantwortlich.

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Die Iraker haben erstmals nach Ausrufung des Sieges über die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ein neues Parlament gewählt. Nach dem Sieg gegen den islamischen Staat (IS [VIDEO]) befürchten dennoch manche Beobachter den Wiederkehr des sunnitischen IS, sollte die neue Regierung nicht für einen Ausgleich zwischen der Mehrzahl der Schiiten und der Minderheit der Sunniten schaffen.

Dieser gilt vielen Irakern wegen seiner Rolle im Kampf gegen die Dschihadisten als Kriegsheld.

Nach UN-Angaben sind zudem noch immer mehr als zwei Millionen Menschen im Land vertrieben. Auch IS-Zellen sind weiter aktiv. Der IS hatte 2014 ein "Kalifat" im Irak und Syrien ausgerufen.

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Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein 2003 wird die Macht in Irak nach einem Proporzsystem vergeben.

Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) rief die Weltgemeinschaft auf, das Land angesichts der großen Zerstörung nicht im Stich zu lassen.

Im Irak fand am Samstag die erste Parlamentswahl seit dem Sieg über die IS-Miliz statt. "Die internationale Gemeinschaft muss sich weiter engagieren".

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