Skandalspiel von Darmstadt: DFB weist Aue-Einspruch zurück

Helge Leonhardt

FC Erzgebirge Aue muss in die Relegation.

Aue - Trotz wenig Aussichten auf Erfolg hat Erzgebirge Aue am Montag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) offiziell Einspruch gegen die Wertung des Zweitligaspiels am Sonntag bei Darmstadt 98 (0:1) eingelegt. Als Tabellen-16. muss Aue nun in der Relegation gegen Drittligist Karlsruhe am 18. und 22. Mai (jeweils um 18.15 Uhr/ZDF und Eurosport) um den Klassenerhalt zittern.

Der Vorwurf des Vorsatzes sei "entschieden zurückzuweisen", sagte DFB-Schiedsrichterboss Lutz Michael Fröhlich als Reaktion auf die schweren Vorwürfe: "Das Spiel ist aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen".

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"Vielleicht können wir uns auf diesen Deal einigen", sagte Leonhardt am Mittwoch. "Aue bleibt in der 2. Bundesliga, und der Karlsruher SC steigt auf".

Das erste Urteil war eindeutig.

Der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, hat dem SV Darmstadt 98 eine Frist zur Erwiderung auf den Einspruch bis Dienstagnachmittag eingeräumt. "Zudem ist der Verdacht einer vorsätzlichen Spielmanipulation aus der Luft gegriffen und nicht ansatzweise nachgewiesen".

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Als Grund für den Widerspruch hatten die Erzgebirger drei eklatant Fehlentscheidungen durch das Schiedsrichterteam unter der Leitung von Sören Storks angegeben. Laut DFB habe der unabhängige Dienstleister Sportradar aber auf Anfrage mitgeteilt, dass nach Analyse des nationalen und internationalen Marktes keine Auffälligkeiten bei Wetten auf die Zweitligapartie festgestellt werden konnten. Die Sachsen hatten ihren Einspruch damit begründet, dass das Nicht-Anerkennen eines eigentlich regulären Tores in der 4. Minute einen Regelverstoß des Schiedsrichters darstelle. Storks hatte übersehen, dass Calogero Rizzutos Schuss erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde. Bei einem Sieg von Aue hätten auch die Darmstädter absteigen oder auf den Relegationsplatz fallen können.

Der DFB leitete stattdessen ein Ermittlungsverfahren gegen Aues Boss Helge Leonhardt ein, der unmittelbar nach dem Spiel im MDR einen Betrug zumindest angedeutet hatte. Er hatte davon gesprochen, dass sein Verein verschaukelt worden sei und er nicht wisse, "ob fahrlässig oder vorsätzlich".

Auf einem Nebenschauplatz hatte Tobias Andrä, parteiloses Mitglied des Stadtrats der Großen Kreisstadt Aue, Strafanzeige gegen Referee Storks wegen des Verdachts des Betruges gestellt. Aber Fehler könnten passieren und seien menschlich. Zudem hatte er vom DFB disziplinarische Maßnahmen gegen Storks gefordert.

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