Merkel zu Trump: "Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen"

Ein Bild von Angela Merkel und Donald Trump auf dem G7-Gipfel in Kanada sorgte im Netz für Furore. "Danach die Rücknahme per Tweet ist natürlich ernüchternd und auch ein Stück weit deprimierend". Die Bundesregierung halte aber an dem Papier fest, es sei rechtskräftig. Das BAMF sei jedoch nicht ausreichend auf die "Riesenaufgabe" der Flüchtlingskrise vorbereitet gewesen. Merkel ist halb verdeckt, von Donald Trump ist nur die Frisur zu sehen.

Merkel warnte zudem vor einem immer weiteren "Anheizen" der Sprache in internationalen Konflikten: "Ich wünsche mir, dass wir sprachlich nicht immer uns weiter aufpumpen". Der Schritt des US-Präsidenten mache die Lage aber nicht einfacher, sagte die Kanzlerin. Dennoch werde sie die Gespräche mit ihm fortsetzen, etwa im Juli beim Nato-Gipfel in Brüssel.

Dem Vorhalt von Moderatorin Anne Will, sie lasse sich von Trump ein ums andere Mal ihre Machtlosigkeit vorführen, widersprach die Kanzlerin. "Das tun wir nicht".

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Trump begründete seinen Rückzieher damit, dass Kanada weiter Gegenzölle auf die von ihm verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium plant. Falls die USA neue Zölle verhängen würden, "dann wird die EU hoffentlich wieder genauso gemeinsam agieren wie sie das jetzt auch getan hat".

Auf die Frage, was die EU tun werde, wenn Trump weiter eskaliere, sagte Merkel: "Dann müssen wir uns wieder überlegen, was wir tun". Schon im vergangenen Jahr habe sich angesichts der Politik Trumps ihr Eindruck verfestigt, dass die Europäer ihr Schicksal etwas mehr in die Hand nehmen müssten. Es gebe gute Gründe weiter für die transatlantische Partnerschaft zu kämpfen.

Den Tod der 14-jährigen Susanna bezeichnete Merkel erneut als "abscheulich".

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Der Fall soll laut Merkel zudem nochmal darauf hinweisen, dass die von der Großen Koalition vereinbarten Ankerzentren möglichst schnell bundesweit eingerichtet werden sollten. Der irakische Tatverdächtige Ali B. hatte gegen die Ablehnung seines Asylbescheids Rechtsmittel eingelegt und damit seine Abschiebung über Monate verhindert. Sie glaube an "Win-Win-Situationen" durch Zusammenarbeit, betonte Merkel. Sie forderte stattdessen den Aufbau einer europäischen Asylbehörde sowie gemeinsamer Asylstandards. Es habe sich um eine "Riesenaufgabe" gehandelt, "für die genau auch das Kanzleramt und auch ich ganz persönlich verantwortlich war", sagte sie. Sie übernehme die politische Verantwortung für den Bamf-Skandal. Erneut verteidigte Merkel ihre damalige Entscheidung zur Aufnahme von Flüchtlingen, die in Ungarn festsaßen. Merkel sagte, wenn sie in der Zeit zurückgehen könnte, hätte sie beim Bamf sehr viel früher angefangen sehr viel stärker ranzugehen.

Ein Bild geht um die Welt: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt sich beim G7-Gipfel in Kanada weit über den Tisch. Dies sei ein "einschneidender Schritt" für die Staatengruppe, sagte Merkel am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will". Es sei eine "humanitäre Notsituation" gewesen, sagte Merkel. "Aber ich finde, man muss das trotzdem annehmen". "Alle wissen, wie viel auf dem Spiel steht", sagte Richard Grenell den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Sie habe es sehr berührend empfunden, das Gündogan trotzdem gesagt habe, er spiele gerne für Deutschland und sei gerne Mitglied der Nationalmannschaft. Solche Reisen verstießen nicht gegen ihre Prinzipien. "Das wäre als Idealfall natürlich toll", sagte sie, aber keine schnelle Lösung des aktuellen Konflikts.

Özil und Gündogan hatten mit gemeinsamen Fotos mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Wirbel gesorgt, der auch die WM-Vorbereitung der DFB-Auswahl überschattete.

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