Trotz tiefer Differenzen: G7 einigt sich auf Gipfelerklärung

Trotz tiefer Differenzen: G7 einigt sich auf Gipfelerklärung

Allerdings war die Ausbeute der Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen bei ihrem zweitägigen Treffen im kanadischen La Malbaie nahe Québec ohnehin schon eher mager.

Aus Trumps Delegation verlautete zunächst, der früher abgereiste Präsident trage das Kommuniqué mit. Vor dem Gipfel spreizte er sich, überhaupt zu kommen, auf dem Gipfel schenkte er Europäern und Kanadiern ein, am Ende klingelte er das Treffen satte fünf Stunden vor dem Ende ab und stieß markige Drohungen aus, während drinnen noch um Formulierungen gerungen wurde. Damit habe der kanadische Premierminister der gesamten G7 einen Bärendienst erwiesen. Er wies seine Emissäre in Kanada an, die US-Zustimmung zum Schlussdokument des Gipfels einzukassieren, und kanzelte Trudeau in Twitter-Tiraden als "sehr schwach" und "unehrlich" ab.

Er habe die US-Vertreter angewiesen, "das Kommuniqué nicht zu unterstützen", twittert Trump, der sich auf dem Weg zu seinem historischen Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur befindet. Die Europäische Union sei "brutal" zu den USA. Er könnte Vorbote einer neuen Geschäftsgrundlage zwischen sein, meint Marco Overhaus.

Noch schärfer äußerte sich Trumps Handelsberater Peter Navarro: "Es gibt in der Hölle einen besonderen Platz für jeden ausländischen Regierungschef, der in böser Absicht Diplomatie mit Präsident Donald J. Trump betreibt und dann versucht, ihm ein Messer in den Rücken zu rammen, wenn er zur Tür hinausgeht", sagte er dem Sender Fox News. Er warnte vor "Unilateralismus, Handelsprotektionismus und Widerstand gegen die Globalisierung "und sprach sich für die "Fortsetzung der Kooperation zum gegenseitigen Vorteil "aus". Sein Treffen mit Un sei für den Diktator die einzige Chance, so Trump.

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"Mit einem Tweet kann unheimlich viel Vertrauen sehr schnell zerstört werden", schrieb Bundesaußenminister Maas am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Europa müsse zusammenstehen und seine Interessen noch offensiver vertreten. Macron griff Trump aber auch direkt an: Wer sich nachträglich von den Vereinbarungen abwende, zeige sich als sprunghaft und haltlos, hieß es in einer Erklärung des Elyséepalastes. Aber es gibt eine Passage zum Handel, die allerdings nicht wesentlich über Gipfelformulierungen aus dem vergangenen Jahr hinausgeht. Dass das Dokument ein Bekenntnis zur Multilateralismus und einem "regelbasierten Handelssystem" ist, sich gegen Protektionismus ausspricht und den Abbau von Zöllen, nichttarifären Handelshemmnissen und Subventionen als Ziele nennt, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel quasi zur Bedingung gemacht. Doch US-Präsident Donald Trump hält weiterhin an der Maßnahme fest - und kritisiert die anderen G7-Mitglieder wie Deutschland für die hohen Handelsüberschüsse.

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Der Handelsstreit lieferte Trump dann auch den Anlass, sein kurzzeitiges Lob für den "enorm erfolgreichen" Gipfel wieder zurückzuziehen. Es gibt keine Notfallpläne. Aber wie? "G6", twitterte Niels Annen, der sozialdemokratische Staatsminister im Auswärtigen Amt - ein Bündnis ohne die USA. Ohne Rücksicht auf Verluste setzt er Frieden und Wirtschaftsstabilität weltweit aufs Spiel - das können und dürfen wir nicht zulassen.

Merkel und Macron waren auf dem Rückflug nach Europa, als Trump seinen Ausstieg erklärte.

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Der Gipfel endet an diesem Samstag. "Ein weiterer G7-Gipfel, auf dem die anderen Länder erwarten, dass Amerika immer für sie zahlt". Entwicklungsorganisationen riefen die G7 dazu auf, eine Wirtschaftspolitik auf den Weg zu bringen, "welche die gestiegene soziale und ökonomische Ungleichheit verringert und wirklich niemanden zurücklässt", wie Oxfam-Sprecher Jörn Kalinski sagte. Dass eintritt, was man schon länger fürchtet: Es könnte schiefgehen mit diesen USA.

Im Januar übernimmt Macron die G7-Präsidentschaft. In Europa fallen nach Angaben der EU-Kommission jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an.

Den Anfang machte, noch vor Seibert, die US-Regierung.

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