US-Präsident kritisiert Deutschland - Merkel kontert Trumps Kritik

NATO-Streit Trump droht mit Austritt der USA

"Deutschland wird vollkommen durch Russland kontrolliert", sagte er.

Dazu kam es nun nicht. Die Verbündeten hätten zugestimmt, "mit höherem Tempo" das Nato-Ziel von zwei Prozent Verteidigungsausgaben zu erreichen.

Merkel hatte im Juni eine Erhöhung der Militärausgaben auf 1,5 Prozent bis zum Jahr 2024 zugesagt. Trump aber, der die Erklärung ebenfalls abgesegnet hat, schien das anders zu sehen. Merkel bekräftigt den NATO-Beschluss, sich bis 2024 schrittweise Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzunähern.

Beim Nato-Gipfel ist eine Sondersitzung zum Streit um die Verteidigungsausgaben angesetzt worden.

Auf der Bühne beteuerte der US-Präsident aber seine Nato-Pakttreue und "großen Respekt" vor Deutschland. Er habe den Partnern aber deutlich gemacht, dass er sehr unglücklich gewesen sei. "Sie haben sie substanziell erhöht", sagte er. Vor seinem Abflug nach Brüssel sagte er, bei seinen verschiedenen Treffen während seiner Europareise könnte jenes mit dem russischen Präsidenten 'das leichteste sein'. Eine Bestätigung gab es dafür aber von anderer Seite nicht.

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Stoltenberg sagte zu Trumps Vier-Prozent-Forderung, er konzentriere sich auf das, was vereinbart sei.

Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich ebenfalls vage.

Es war ein auf und ab: Trotz Meinungsverschiedenheiten am ersten Tag kamen die Vertreter der Nato-Staaten zu einem Konsens.

Dass dieser NATO-Gipfel der schwierigste aller Zeiten werden könnte, darüber waren sich die europäischen Alliierten von Donald Trump vorab bewusst. Welche zusätzlichen Steigerungen im deutschen Militärhaushalt es geben oder ob der Zeitplan gestrafft werden könnte, ließ Merkel offen.

Am Mittwoch in der Abschlusserklärung des Gipfels hatten sich die Partnerstaaten nochmals verpflichtet, das Zwei-Prozent-Ziel beim Verteidigungsetat künftig einzuhalten. Mit vielem hatten sie in der Bundesregierung gerechnet, mit einem Eklat hinter verschlossenen Türen des Nato-Gipfels, aber nicht mit einer solchen Provokation. "Die Sprache war heute viel schärfer", sagte ein Insider am Donnerstag. 2018 werden die US-Ausgaben auf rund 706 Milliarden Dollar beziffert.

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► Deutlich dürfte bei diesem Treffen auch wieder geworden sein, was für ein unsicherer Partner die USA unter Donald Trump geworden sind.

Zwar versucht Gipfelchef Stoltenberg, die Angst vor dem unberechenbaren Amerikaner mit schönen Worten zu übertünchen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schlug am Ende eine Art faulen Kompromiss vor.

Trump sagte mit Blick auf Merkel: "Weißt du, Angela, (.) ich weiß nicht, wie viel Schutz wir bekommen, indem wir euch beschützen". Merkel soll gesagt haben, dass für sie die Deadline nie zu erreichen wäre und sich die Verteidigungsausgaben nicht so einfach von gut 40 auf rund 80 Milliarden Euro erhöhen könne. Selbst während des Kalten Kriegs hätten Nato-Partner Handelsbeziehungen mit Russland gehabt. In der Gipfelerklärung ist von der Verstärkung der Abschreckung durch besonders schnell mobilisierbare Einheiten die Rede.

"Deutschland wird vollkommen durch Russland kontrolliert", sagte Trump unter Verweis auf die Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen.

Kurz vor der Pressekonferenz des US-Präsidenten in Brüssel waren in der EU-Hauptstadt schlimme Nachrichten befürchtet worden. Er hoffe auf ein engeres Verhältnis zu Putin.

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Claudia Major und Klaus Naumann bestätigten beide, Trump habe damit recht, dass die Europäer relativ wenig in ihre Verteidigungshaushalte investierten.

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