Aktivierung des Immunsystems - Nobelpreis für Meilenstein im Kampf gegen Krebs

James Allison und Tasuku Honjo Nobelpreis für Medizin geht an Krebsforscher

Wie am Montag bekanntwurde, erhalten der Amerikaner James P. Allison und der Japaner Tasuku Honjo die begehrte Auszeichnung für bahnbrechende Entdeckungen, die zu einer völlig neuartigen Krebstherapie geführt haben. Wiederum liess sich bei vielen Mäusen der Tumor zum Verschwinden bringen. Denn frühe Versuche, das Immunsystem des Patienten für die Krebstherapie einzuspannen, waren gescheitert. Er sei bei ihr gewesen, als sie starb, berichtet er. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet 870.000 Euro dotiert. Die sogenannte Checkpoint-Therapie habe die Tumorbehandlung revolutioniert und grundlegend die Sichtweise verändert, wie Krebs bekämpft werden könne, lautet die Begründung der Jury.

Stahl und Strahl - also die chirurgische Entfernung von Krebsgewebe wie auch die Behandlung mit radioaktiven Strahlen - sowie die Chemotherapie sind bis heute die tragenden Säulen in der Behandlung von Tumoren. Die Forscher entwickelten eine Methode, das körpereigene Immunsystem gegen Krebszellen zu aktivieren. Letzteres war schon bekannt - doch während andere Forscher die Rolle von CTLA-4 für Autoimmun-Erkrankungen untersuchten, wandte sich Allison, der im Alter von zehn Jahren seine Mutter durch Krebs verloren hatte, der Krebsmedizin zu. Denn die klassischen Therapieansätze Operation, Bestrahlung und Chemo konnten in dieser Situation nicht mehr viel ausrichten. Dazu musste zunächst das komplizierte Zusammenspiel zwischen Hemmung und Aktivierung geklärt werden.

"Die Medizin-Nobelpreisträger haben es geschafft, das Immunsystem von Krebskranken zu stimulieren, damit die Blockade wieder aufgelöst wird und der Körper Tumorzellen erkennt und vernichtet", erklärt die Wissenschaftlerin. Tasuku Honjo von der Kyoto University entdeckte ein anderes Protein, das in einem anderen Mechanismus ebenfalls als Bremse des Immunsystems fungiert.

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Einen solchen bieten die Arbeiten von Allison und Honjo. Löst man die Proteinbremse, attackieren die Immunzellen die Krebszellen. Dann vermehren sie sich rapide und machen sich mit großer Macht an ihre Abwehrarbeit. 2017 erhielten den Medizin-Nobelpreis drei US-Forscher - Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young.

Zudem gibt es Proteine, die bremsend auf die Immunzellen einwirken. Der Literaturnobelpreis wird heuer nach einer Reihe von Skandalen nicht vergeben.

Tasuku Honjo und James Allison forschten unabhängig voneinander. Basierend darauf entwickelte er einen neuen Ansatz zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Schwarzem Hautkrebs.

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Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2003; 100: 4712-4717) publizierten Ergebnisse überzeugten die Skeptiker und führten schließlich zur Entwicklung des Wirkstoffs Ipilimumab, der in den USA im März 2011 und in Europa 4 Monate später zur Behandlung des malignen Melanoms zugelassen wurde. Das galt auch für Patienten mit Metastasen - eine Konstellation, die früher als praktisch unheilbar galt.

Der US-Amerikaner Allison hatte die bremsende Wirkung eines Proteins namens CTLA-4 untersucht, der Japaner Honjo die des Proteins PD-1.

Eine solche molekulare Bremse ist CTLA-4. Zielinski sagte dazu: "Bei 20 bis 25 Prozent der Behandelten erreicht man derzeit eine langfristige Kontrolle der Erkrankung". Dabei hat man gelernt, dass die wichtigste Aufgabe des Immunsystems darin besteht, "Eigenes" von "Fremdem" zu unterscheiden. Und wie bei anderen Tumorbehandlungen auch kann es bei der Immuntherapie zu gravierenden Nebenwirkungen kommen.

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